Kneipp singt

Singen


Gesang verhindert dunkle Sorgen, wusste schon der römische Satiriker und Dichter Horaz.

„Singen ist für viele zweierlei: Eine angenehme Form der Lebensäußerung sowie ein Bei-Sich-Sein. Singen als Kraftquell empfunden, wirkt sich auch positiv auf andere Lebensbereiche aus. Beim Singen ist genialer Weise der eigene Körper das Instrument, das immer zur Verfügung steht. Was im Gehirn alles los ist, wenn der Mensch singt, gleicht einem Biochemie- und Hormoncocktail. Elektromagnetisch ist es ein Orchestergewitter.

Und dass Singen für die Gesundheit des Menschen von größter Bedeutung ist, hat der Kneipp-Verein Gelderland e. V. mit seinem offenen Angebot „Singen in Gemeinschaft“ entdeckt. Der Vorsitzende Udo Spelleken spielt Akkordeon, seine Frau, Liss Steeger, kann gut mit Power-Point umgehen. Sie sorgt dafür, dass die Liedtexte aus den Vorschlägen, die immer wieder aus dem Plenum kommen, in eine Präsentation umgesetzt werden, die mit einem Beamer auf die Leinwand übertragen werden. Die ersten Strophen kennen die meisten sogar auswendig.

„Wir produzieren kein Papier, schonen damit die Umwelt und die bis zu 30 Besucher des Singabends können die Texte und Noten auf der Leinwand gut erkennen“, erklärt die Schriftführerin des Vereins, die auch schon rund 20 Volkslieder auf die Kneipp-Bewegung umgetextet hat. Auf die Melodie „Auf du junger Wandersmann“ gibt es mittlerweile drei Versionen mit jeweils acht Strophen über die Ortschaften Geldern, Kevelaer und Issum.

„Deine Stimme für Kevelaer“ hieß der Wettbewerb der regionalen Volksbank an der Niers, bei dem der Kneipp-Verein Gelderland e. V. einen guten vierten Platz gemacht hat. In der letzten Strophe des Lieds heißt es: „Kevelaer Marienstadt – die auch Galerien hat, Basilika ihr Heiligtum, Kneipp wollt‘ sie auch mal beehren – um fünf Säulen hier zu lehren, Unverwechselbar fürwahr – bleibt es hier in Kevelaer.“

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Auftritt des Kneipp-Vereins im Konzert- und Bühnenhaus Kevelaer 2013

Singen ist eine gemeinschaftsbildende Aufgabe, es fördert Freundschaften, schafft persönliche Kontakte und gibt auch Lebenshilfe. Damit gehört es ganz klar in die fünfte Säule von Pfarrer Kneipp und erfreut alle Beteiligten. „Unser breit gefächertes Repertoire von Volksliedern bis zu Schlagern und Evergreens hat für jeden Geschmack attraktive Liedertitel. Wir wollen nicht bühnenreif werden, sondern einfach nur des Spaßes und des Singens in der Gemeinschaft wegen,“ meint der Vorsitzende Udo Spelleken zu diesem neuen Angebot in Geldern.

Durch die Präsentation wird am Singabend auch Informatives zu der Geschichte der Volkslieder vermittelt. Die Kneipp-Sängerinnen und –sänger erfahren etwa, dass das Lied „Aus grauer Städte Mauern“ ein Wanderlied ist, das im Rahmen der Jugendbewegung entstanden ist. „Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen“ stammt ebenfalls aus der Wandervogelzeit. Das Rennsteiglied gilt als „heimliche Nationalhymne Thüringens“. „Wahre Freundschaft“, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, ist heute im ganzen Sprachraum populär. Auf diese Melodie wurde um 1900 das Lied „Hohe Tannen weisen die Sterne“ gedichtet. In dem bekannten Volkslied „Hoch auf dem gelben Wagen“ wird das Leben als Reise in einer Postkutsche beschrieben. Der jeder Strophe in leicht abgewandelter Form anhängende Liedtext „… Ich wäre/würde/bliebe …, aber der Wagen, der rollt“ stellt den Bezug zum dahinfließenden Leben her, dessen Lauf man nicht aufhalten kann. Auch über die auffällige Verharmlosung der angedrohten Tötungshandlung des Jägers bei „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ wurde schon gesprochen. Im Sommer hat sich die Sing-Gemeinschaft, die sich immer wieder anders zusammensetzt, mit dem sogenannten „Philosophenlied“: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ beschäftigt. Dass nicht der Philosoph Freud, sondern die abgekürzte Freude gemeint war, ging so manch einem erst beim Singen auf.

Das letzte Lied des Abends ist immer „Kneippianer setzen ein Signal“ auf die Melodie „Kein schöner Land in dieser Zeit“, das mit der fünften Strophe wie folgt endet:
Kneippianer fest zusammensteh’n, so soll es immer weitergeh’n.
|: Wir wollen danken und Kräfte tanken – Auf wiederseh’n 😐

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SINGEN ist …..

Medizin
Erholung
Entspannung
Lebensfreude
Kommunikation
ein Lebenselixier
Soziale Interaktion
Freizeitbeschäftigung
Wellness für die Seele
Gemeinschaftserlebnis
eine universelle Sprache
eine angenehme Form der Lebensäußerung
die fünfte Säule von Pfarrer Sebastian Kneipp

 


 

SINGEN….

…erfrischt
…beschwingt
…macht munter
…erfreut die Seele
…mahnt zur Besinnung
…schafft Gemeinschaft
…trägt zur Heiterkeit bei
…hilft beim glücklich sein
…fördert Selbstsicherheit
…stärkt die Abwehrkräfte
…erhöht das Wohlbefinden
…begünstigt die Intelligenz
…kräftigt das Immunsystem
…steigert die Lebensqualität
…schüttet Glückshormone aus
…verscheucht alle Krankheiten
…sorgt für eine bessere Atmung
…aktiviert die Leistungsfähigkeit
…strahlt Ruhe und Entspannung aus
…hat viele positive Nebenwirkungen
…hilft beim gesund bleiben und werden
…verbessert die soziale Bindungsfähigkeit

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